Das Bergische Land mit seinen tief eingeschnittenen Tälern und den steilen, oft bewaldeten Hängen prägt das Stadtbild von Remscheid entscheidend. Die für das Sauerland typischen, stark verwitterten Tonschiefer und Grauwacken reagieren empfindlich auf eindringendes Niederschlagswasser. Gerade in Hanglagen, wie sie entlang der Wupper oder im Bereich des Eschbachtals dominieren, steigt das Risiko von Kriechbewegungen und oberflächlichen Rutschungen sprunghaft an. Eine belastbare Böschungsstabilitätsanalyse ist deshalb keine bürokratische Hürde, sondern die zwingende Voraussetzung für jede Baumaßnahme. Ohne detaillierte Kenntnis der Scherparameter des anstehenden Felszersatzes, kombiniert mit einem in-situ-Durchlässigkeitsversuch, bleiben die tatsächlichen Porenwasserdruckverhältnisse im Untergrund eine unbekannte Größe, die spätere Schäden fast unausweichlich macht.
Eine Böschung in Remscheid ist kein statisches System. Die Wasserführung im geklüfteten Fels entscheidet über den Sicherheitsfaktor, nicht allein die Geometrie.
