In Remscheid sehen wir im Labor immer wieder dieselbe Problematik: verwitterte Tonschiefer und hangbeeinflusste Hanglehme, deren Konsistenz sich schon bei geringem Wasserzutausch komplett verändert. Die Stadt liegt auf 200 bis 380 Metern Höhe, das bergische Klima bringt über 1.200 mm Jahresniederschlag – Wasser ist der dominierende Faktor im Baugrund. Bevor eine SPT-Bohrung den Lagerungszustand erfasst, müssen wir die bindigen Horizonte über die Atterberg-Grenzen charakterisieren. Nur so lässt sich beurteilen, ob die anstehenden Tone bei wechselnder Wasserführung überhaupt tragfähig bleiben. Die Fließgrenze gibt uns den Wassergehalt, ab dem der Boden zu fließen beginnt, die Ausrollgrenze markiert den Übergang zum halbfesten Zustand. Zusammen mit der Plastizitätszahl ergibt sich ein klares Bild des Verformungspotenzials – ein Parameter, der in Remscheids Hanglagen über Standsicherheit oder Setzungsschaden entscheidet. Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 17892-12 durch, jede Charge mit Rückstellprobe für eventuelle Wiederholungsmessungen.
Die Konsistenzzahl Ic aus den Atterberg-Grenzen ist der direkteste Indikator für die Empfindlichkeit eines Bodens bei Wasserzutritt – in Remscheid oft entscheidender als die Tragfähigkeitsziffer.
