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REMSCHEID
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Atterberg-Grenzen nach DIN EN ISO 17892-12 für Baugrund in Remscheid

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

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In Remscheid sehen wir im Labor immer wieder dieselbe Problematik: verwitterte Tonschiefer und hangbeeinflusste Hanglehme, deren Konsistenz sich schon bei geringem Wasserzutausch komplett verändert. Die Stadt liegt auf 200 bis 380 Metern Höhe, das bergische Klima bringt über 1.200 mm Jahresniederschlag – Wasser ist der dominierende Faktor im Baugrund. Bevor eine SPT-Bohrung den Lagerungszustand erfasst, müssen wir die bindigen Horizonte über die Atterberg-Grenzen charakterisieren. Nur so lässt sich beurteilen, ob die anstehenden Tone bei wechselnder Wasserführung überhaupt tragfähig bleiben. Die Fließgrenze gibt uns den Wassergehalt, ab dem der Boden zu fließen beginnt, die Ausrollgrenze markiert den Übergang zum halbfesten Zustand. Zusammen mit der Plastizitätszahl ergibt sich ein klares Bild des Verformungspotenzials – ein Parameter, der in Remscheids Hanglagen über Standsicherheit oder Setzungsschaden entscheidet. Unser Labor führt die Prüfung nach DIN EN ISO 17892-12 durch, jede Charge mit Rückstellprobe für eventuelle Wiederholungsmessungen.

Die Konsistenzzahl Ic aus den Atterberg-Grenzen ist der direkteste Indikator für die Empfindlichkeit eines Bodens bei Wasserzutritt – in Remscheid oft entscheidender als die Tragfähigkeitsziffer.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Der Unterschied zwischen den Böden in Lüttringhausen und denen im Stadtkern von Remscheid ist auffällig. Lüttringhausen liegt auf einer Hochfläche mit teils tiefgründig verwitterten Silttonen, die Plastizitätszahlen von 15 bis 25 % erreichen – hier dominiert ausgeprägt plastischer Ton mittlerer Aktivität. Im Morsbachtal dagegen treffen wir junge Auenlehme mit organischen Beimengungen, deren Konsistenzgrenzen oft unter 10 % Plastizitätsziffer liegen, was auf gering bindige, kaum plastische Schluffe hindeutet. Genau diese lokale Variabilität macht pauschale Klassifikationen unmöglich. Wir bestimmen jede Probe separat und dokumentieren Fließgrenze, Ausrollgrenze und die daraus abgeleitete Konsistenzzahl. Die Prüfung erfolgt nach 24-stündiger Wasserlagerung, mit dem Casagrande-Gerät für die Fließgrenze und manuellem Ausrollen auf der Glasplatte. Das Ergebnis klassifiziert den Boden nach DIN 18196 – eine Information, die direkt in die Bemessung von Pfählen oder Stützmauern einfließt. Die Daten zeigen oft, dass Remscheider Verwitterungsböden direkt unterhalb der Fahrbahnoberkante bereits mindestens steifplastische Konsistenz erreichen müssen, sonst wird selbst eine Standardgründung kritisch.
Atterberg-Grenzen nach DIN EN ISO 17892-12 für Baugrund in Remscheid
Technische Referenz — Remscheid

Lokale Besonderheiten

Am häufigsten sehen wir Fehlklassifikationen, wenn die Probe am Casagrande-Gerät nicht sauber gefurcht wird. Der Furchenzieher muss die Nut exakt 2 mm breit und 8 mm tief durch den eingefüllten Boden ziehen – zu flach, und die Schließung erfolgt zu früh, zu tief, und der Schlagzähler zählt zu viele Schläge. In Remscheid mit seinen sandig-schluffigen Verwitterungsprodukten neigt die Paste zum Ausbröckeln, besonders bei Proben aus dem Oberdevon-Horizont. Wir furchen daher immer mit gleichmäßigem Druck und kontrollieren die Schließlänge von 13 mm optisch gegen die Skala. Ein zweiter kritischer Punkt ist die Ausrollgrenze: Bei zu schnellem Rollen entstehen Oberflächenrisse, die einen zu niedrigen Wassergehalt vortäuschen. Wir rollen mit konstantem Handdruck und dokumentieren den Wassergehalt sofort nach Erreichen des 3-mm-Durchmessers. Ohne diese Sorgfalt liefern die Grenzen falsche Konsistenzzahlen, und die Standsicherheitsberechnung wird zur reinen Annahme.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 17892-12:2018, DIN 18196:2023-02, DIN EN ISO/IEC 17025:2018

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Fließgrenze (wL)Bestimmt mit Casagrande-Gerät, 25 Schläge, nach DIN EN ISO 17892-12
Ausrollgrenze (wP)Manuelles Ausrollen auf Glasplatte, 3-mm-Rollendurchmesser
Plastizitätszahl (IP)IP = wL − wP, Klassifikation nach DIN 18196
Konsistenzzahl (Ic)Ic = (wL − w) / IP, Bewertung Konsistenzbereich
Probenvorbereitung24 h Wasserlagerung, Siebung < 0,4 mm
Messunsicherheit±1,5 % absolut, dokumentiert nach DIN EN ISO/IEC 17025
BerichtsumfangFließkurve, Plastizitätsdiagramm, Klassifikation, Konsistenz

Häufige Fragen

Was kosten die Atterberg-Grenzen pro Probe?

Die Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze liegt bei €60 bis €90 pro Probe, abhängig von Probenzahl und ob die Konsistenzzahl mit berechnet wird. Bei Serien ab 10 Proben gelten reduzierte Staffelpreise.

Wie lange dauert die Prüfung im Labor?

Die reine Prüfdauer beträgt etwa 2 Stunden nach 24-stündiger Wasserlagerung. Ergebnisse liegen in der Regel 2 bis 3 Werktage nach Probeneingang vor, bei baubegleitender Prüfung am Folgetag.

Welche Probenmenge wird für die Atterberg-Grenzen benötigt?

Mindestens 500 g gestörtes Material aus dem bindigen Horizont, luftdicht verpackt, mit Angabe der Entnahmetiefe. Bei sehr weichen Böden besser 1 kg, damit Rückstellmaterial für Wiederholungsmessungen verbleibt.

Welche Norm gilt für die Atterberg-Grenzen in Deutschland?

DIN EN ISO 17892-12:2018 regelt die Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze. Die Klassifikation des Bodens erfolgt anschließend nach DIN 18196, die auf den Ergebnissen der Atterberg-Grenzen aufbaut.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Remscheid und seinem Großraum.

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