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REMSCHEID
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Erkundung in Remscheid

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

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Die Baugrunderkundung in Remscheid muss die komplexen geologischen Verhältnisse des Rheinischen Schiefergebirges mit seinen verwitterungsanfälligen Ton- und Schluffsteinen sowie lokal eingelagerten Lössdecken berücksichtigen. Eine zuverlässige Bewertung der Tragfähigkeit erfordert direkte Aufschlüsse, wobei der CPT-Versuch als wirtschaftliches Sondierverfahren gemäß DIN EN ISO 22476-1 eine lückenlose Schichtansprache liefert. Ergänzend sichern normgerechte Bohrungen nach DIN 4021 die Probenentnahme für Laborversuche und schaffen Planungssicherheit bei schwierigen Untergrundverhältnissen.

Ob für Hangbebauungen, Industriehallen oder Infrastrukturprojekte – die heterogene Geologie Remscheids verlangt eine projektbezogene Erkundungsstrategie, die Setzungsrisiken und Standsicherheitsfragen frühzeitig klärt. Neben der Felduntersuchung gewährleisten geotechnische Laboranalysen die Bestimmung der Bodenkennwerte für erdstatische Nachweise. So lassen sich Gründungen sicher dimensionieren und baubegleitende Überraschungen vermeiden.

Verfügbare Leistungen

CPT (Cone Penetration Test)

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Eine Baugrube für ein Wohnhaus am Hang des Lenneper Höhenzugs. Auf der einen Seite steht der verwitterte Tonschiefer an, auf der anderen fällt das Gelände zur Straße hin ab. Der Bauleiter ruft uns an. Er braucht eine Verankerung, die den Erddruck aufnimmt, ohne dass der Nachbarbebauung etwas passiert. In Remscheid mit seinen bewegten Topografien und den oft heterogenen Böden aus Hangschutt und Felszersatz ist die Bemessung von aktiven und passiven Ankersystemen nie eine Standardaufgabe. Wir prüfen die geotechnischen Randbedingungen, modellieren die Lastfälle und legen den Ankerquerschnitt sowie die freie Länge so aus, dass die Verformungen im zulässigen Bereich bleiben. Bei tiefen Einschnitten ergänzen wir die Berechnung gerne mit einem Verpressanker-Nachweis, wenn der Baugrund nur begrenzt Mantelreibung aufbauen kann.

In Remscheid bestimmt die Klüftigkeit des Tonschiefers maßgeblich die erforderliche Verankerungslänge.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Grundlage unserer Bemessung ist der Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2014) in Verbindung mit der DIN 1054:2010. In Remscheid ist das besonders relevant, weil die anstehenden Festgesteine des Oberdevon oft nur eine dünne Verwitterungsschicht aufweisen. Man hat schnell den Eindruck von tragfähigem Fels, aber schon einen Meter tiefer können Klüftungen die Mantelreibung massiv reduzieren. Deshalb modellieren wir die Ankerkräfte nicht nur für den Endzustand, sondern simulieren auch den Bauablauf. Eine temporäre Baugrubensicherung muss andere Lastfälle abdecken als ein dauerhafter Stützmauerrückbau. Die freie Länge legen wir so fest, dass der Verpresskörper sicher außerhalb des Gleitkeils liegt. Für die Nachweisführung nutzen wir numerische Verfahren, die das nichtlineare Materialverhalten der Gebirgsschichten berücksichtigen. Gerade im Bereich der Morsbachtalsperre haben wir oft mit wechselnden Wasserständen zu tun, die in die Bemessung einfließen.
Aktive und passive Ankerbemessung für Baugruben in Remscheid
Technische Referenz — Remscheid

Lokale Besonderheiten

Die städtebauliche Entwicklung Remscheids folgte den Höhenrücken zwischen den Bächen. Viele ältere Gebäude in Alt-Remscheid und Lennep stehen auf künstlich aufgefüllten Hängen. Wer hier heute eine neue Baugrube plant, steht oft direkt neben historischer Bausubstanz. Das größte Risiko bei der Ankerbemessung ist nicht das Versagen des Ankers selbst, sondern eine unerkannte Bewegung des gesamten Hangschubkörpers. Ein zu kurz bemessener Anker, der im Gleitkeil verpresst wird, bringt keine Sicherheit. Wir modellieren daher immer den räumlichen Erddruck und prüfen, ob aktive oder passive Ankerlagen günstiger sind. Bei beengten Platzverhältnissen an der Remscheider Wilhelmstraße oder im Böker Viertel kommt oft nur eine Rückverankerung mit aktiven Litzenankern infrage. Die Kontrolle erfolgt über Eignungs- und Abnahmeprüfungen, deren Laststufen wir exakt vorgeben.

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Geltende Normen

DIN EN 1997-1:2014 (Eurocode 7), DIN 1054:2010 (Baugrund – Sicherheitsnachweise), DIN EN 1537:2014 (Verpressanker)

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
BemessungsnormEC 7 (DIN EN 1997-1) + DIN 1054
Lastfall temporärBS-T (GZ 1B, DIN 1054)
Lastfall permanentBS-P (GZ 1B, DIN 1054)
Min. freie Länge≥ 4,0 m (Gleitkeilkriterium)
Prüflast Zugversuch1,25 × Gebrauchslast (Aktiver Anker)
Kriechmaß ks< 2,0 mm (Felsanker)
Typische Ankerneigung15°–25° zur Horizontalen

Häufige Fragen

Wann brauche ich in Remscheid einen aktiven Anker und wann einen passiven?

Das hängt vom Verformungsverhalten ab. Ein aktiver (vorgespannter) Anker wird eingesetzt, wenn die zulässigen Kopfverschiebungen sehr gering sind, etwa bei angrenzender Bebauung im Innenstadtbereich von Remscheid. Ein passiver Anker (unvorgespannt) kommt bei nachgiebigen Konstruktionen zum Einsatz, wo geringe Verschiebungen tolerierbar sind. Wir legen das im Zuge der Verformungsberechnung fest.

Wie läuft eine Ankerprüfung nach DIN EN 1537 ab?

Die Prüfung gliedert sich in Eignungsprüfung und Abnahmeprüfung. Bei der Eignungsprüfung fahren wir Laststufen bis zur 1,25-fachen Gebrauchslast, messen die Kriechwege und werten die elastische/plastische Verformung aus. Die Abnahmeprüfung erfolgt an jedem Anker mit mindestens 1,1-facher Gebrauchslast. Unser Labor stellt die Prüfprotokolle und die messtechnische Ausrüstung.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Ankerbemessung inklusive Prüfung rechnen?

Für eine vollständige Bemessung mit Baugrunduntersuchung und Prüfbegleitung liegt der Aufwand je nach Umfang und Anzahl der Ankerlagen zwischen €830 und €3.920. Der genaue Preis richtet sich nach der Komplexität der Geologie und der erforderlichen Prüflaststufen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Remscheid und seinem Großraum.

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