Die Topografie Remscheids ist kein einfaches Postkartenmotiv. Zwischen den Höhenzügen des Bergischen Landes, wo devonische Tonschiefer und Grauwacken anstehen, und den tief eingeschnittenen Tälern der Wupper und ihrer Nebenbäche wechselt der Untergrund oft auf wenigen Metern. Das oberflächennahe Grundwasser in den Auenbereichen und die teils meterdicken, verwitterten Lösslehmdecken auf den Hochflächen beeinflussen das dynamische Bodenverhalten erheblich. Eine seismische Mikrozonierung geht deshalb weit über die bloße Zuordnung einer Baugrundklasse hinaus. Sie verknüpft geotechnische Sondierungen wie die Sondierbohrung mit geophysikalischen Messungen, um die räumliche Verteilung der Untergrundsteifigkeit im Stadtgebiet zu modellieren. Für Remscheid mit seinen rund 110.000 Einwohnern und der industriell geprägten Bausubstanz ist das ein entscheidender Schritt, um lokale Verstärkungseffekte realistisch abzubilden.
Die Eigenfrequenz eines Standorts zu kennen bedeutet, die Resonanzkatastrophe zwischen Bauwerk und Boden schon auf dem Papier auszuschließen.
