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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Remscheid – Kennwerte für Versickerung und Baugruben

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

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Remscheid liegt auf den verwitterungsanfälligen Tonschiefern und Grauwacken des Rheinischen Schiefergebirges – ein Untergrund, der in den oberen fünf Metern oft stark geklüftet und wechselnd durchlässig ist. Dazu kommen Hanglagen entlang der Wupper und ihrer Nebenbäche, wo Schichtwasser über staunassen Horizonten auftritt. Wer hier ein Bauwerk, eine Rigole oder eine Untergeschossabdichtung plant, braucht verlässliche Wasserdurchlässigkeitswerte direkt aus dem Baugrund. Deshalb setzen wir in Remscheid auf den standardisierten Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc für Lockergestein und das Lugeon-Verfahren für Fels. Beide Verfahren liefern abschnittsbezogene kf-Werte, die ein Laborversuch an einer kleinen Probe nie realistisch abbilden kann. Gerade in Remscheid, wo die Verwitterungszone tief reichen kann und der Fels im cm-Bereich klüftig ist, macht die In-situ-Messung den Unterschied zwischen einer funktionierenden Dränage und einem nassen Keller. Ergänzend zur Durchlässigkeit kann eine Korngrößenanalyse die Filterstabilität der anstehenden Böden bewerten, wenn Versickerungsschächte geplant sind.

Ein Lugeon-Wert von 3 bedeutet nicht dreifache Durchlässigkeit eines Lugeon-Werts von 1 – er beschreibt die Wasseraufnahme in Litern pro Minute und Meter Prüfstrecke bei 1 MPa Überdruck.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Bei einem Gewerbebau im Bereich Lennep standen wir vor einer klassischen Remscheider Situation: oberflächennah zersetzter Schiefer mit sandig-schluffiger Matrix, darunter anstehender Fels mit Trennflächenabständen von 10 bis 20 cm. Der Bauherr benötigte eine Versickerungsmulde für das Niederschlagswasser der 800 Quadratmeter großen Dachfläche. Wir setzten drei Lefranc-Versuche in 2 m, 3,5 m und 5 m Tiefe an, bevor wir in den Fels wechselten und zwei Lugeon-Tests mit Einfachpacker bei 8 und 12 Metern fuhren. Die Auswertung zeigte einen Sprung der Durchlässigkeit von kf = 2×10⁻⁶ m/s in der Verwitterungszone auf kf = 8×10⁻⁵ m/s im geklüfteten Fels. Das bedeutete: Die Mulde funktioniert, muss aber mindestens 1,20 m tief in den Fels einbinden, um die geforderte Abflussrate zu erreichen. Der Felddurchlässigkeitsversuch in Remscheid liefert Ihnen genau diese belastbaren Zahlen – keine theoretischen Werte aus Tabellen, sondern Messdaten unter den tatsächlichen Spannungs- und Wasserwegigkeitsverhältnissen Ihres Grundstücks. Die EN ISO 22282-2 für Lockergestein und die EN ISO 22282-3 für Fels geben den Rahmen vor: konstante oder fallende Druckhöhe, mindestens drei Druckstufen beim Lugeon-Test, Temperaturkompensation.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Remscheid – Kennwerte für Versickerung und Baugruben
Technische Referenz — Remscheid

Lokale Besonderheiten

Das Bergische Land empfängt im Schnitt über 1.100 mm Jahresniederschlag – Remscheid liegt oft unter den niederschlagsreichsten Städten Nordrhein-Westfalens. In Hanglagen führt das zu ausgeprägten Schichtwasserströmen, die bei Unterschätzung der Durchlässigkeit ganze Baugruben fluten können. Ein zu niedrig angesetzter kf-Wert aus einer Laborprobe täuscht Sicherheit vor: Die Tonstein-Schluffstein-Wechsellagerung im Untergrund Remscheids enthält oft Haarrisse und Schieferungsflächen, die im 100-cm³-Laborzylinder nicht vorkommen, im Feld aber den Wasserandrang verzehnfachen. Umgekehrt kann eine Überschätzung der Durchlässigkeit dazu führen, dass eine Rigole im Staubereich eines Hangs angeordnet wird und bei Starkregen rückstaut. Der Felddurchlässigkeitsversuch deckt diese Inhomogenität zuverlässig auf. Für Remscheid empfehlen wir mindestens zwei Versuchstiefen pro Bodenschicht und einen Lugeon-Test je 5 m Felsstrecke, um die hydraulische Anisotropie zuverlässig zu erfassen.

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Geltende Normen

EN ISO 22282-2:2012 – Geotechnische Erkundung; Feldversuche; Versickerungsversuch in Lockergestein, EN ISO 22282-3:2012 – Geotechnische Erkundung; Feldversuche; Wasserdruckversuch in Fels (Lugeon), DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Prüfnorm LockergesteinEN ISO 22282-2 (konstante / fallende Druckhöhe)
Prüfnorm Fels (Lugeon)EN ISO 22282-3 (Packertest, 3–5 Druckstufen)
Erfassbarer kf-Bereich1×10⁻³ m/s bis 1×10⁻⁸ m/s
Packertyp für FelsEinfach- oder Doppelpacker, pneumatisch
TemperaturkompensationAutomatisch über Tauchsensor mit Temperaturfühler
DokumentationPrüfprotokoll mit Druck-Zeit-Diagramm und kf-Tiefenprofil

Häufige Fragen

Wann brauche ich einen Felddurchlässigkeitsversuch und wann reicht ein Laborversuch?

Immer dann, wenn die Bodenschicht Gefüge, Klüfte, Wurzelgänge oder Schieferung aufweist, die im Laborzylinder nicht erfasst werden. In Remscheid ist das bei verwittertem Schiefer und geklüftetem Fels praktisch immer der Fall. Ein Laborversuch zeigt oft 10- bis 100-fach niedrigere kf-Werte als der Feldversuch, weil die Trennflächen fehlen. Die DWA-A 138 schreibt für Versickerungsanlagen explizit In-situ-Versuche vor, sobald die Durchlässigkeit des Untergrunds für die Bemessung maßgebend ist.

Wie tief müssen die Versuche in Remscheid angesetzt werden?

Das hängt von der Fragestellung ab. Für eine Versickerungsmulde prüfen wir die Sohle und 1 m darunter. Für eine Baugrube testen wir jede wasserführende Schicht bis unter Aushubsohle. In Remscheid liegt die Verwitterungszone oft 3 bis 6 m tief – wir empfehlen mindestens einen Lefranc-Versuch in der Verwitterungszone und einen Lugeon-Test im anstehenden Fels. Bei Hängen mit Schichtwasser setzen wir zusätzlich horizontierte Versuche im Bohrloch an.

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc oder Lugeon?

Die Kosten für einen Felddurchlässigkeitsversuch liegen typischerweise zwischen €610 und €950, abhängig von der Anzahl der Prüftiefen, der Bohrtechnik und dem Packertyp. Ein Lugeon-Test mit drei Druckstufen in 10 m Tiefe ist aufwändiger als ein flacher Lefranc-Versuch in Lockergestein. Wir erstellen vorab ein Festpreisangebot, das Bohrung, Versuchsdurchführung und Bericht umfasst.

Welche Genehmigungen benötige ich für die Versuchsbohrungen?

Die Bohrungen für Felddurchlässigkeitsversuche sind der Unteren Wasserbehörde Remscheid anzuzeigen, sofern grundwasserführende Schichten erschlossen werden. Wir übernehmen die Bohranzeige und die Dokumentation nach DVGW-Regelwerk. Bei vorübergehenden Grundwasserentnahmen während des Versuchs ist die erlaubnisfreie Benutzung nach WHG meist ausreichend, wenn die Entnahmemenge unter 1.500 m³ pro Jahr bleibt.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Remscheid und seinem Großraum.

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