Die Erkundung im Bergischen Land stellt spezifische Anforderungen. In Remscheid mit seinen devonischen Schiefern und Grauwacken, durchsetzt von tektonischen Störungen, reichen Sondierungen allein oft nicht aus. Die seismische Tomographie – sowohl Refraktion als auch Reflexion – liefert hier das entscheidende zweidimensionale Untergrundbild. Gemäß Eurocode 8 (DIN EN 1998-1) und den Vorgaben der DIN 19700 für Talsperren und Untergrund muss die seismische Geschwindigkeitsstruktur bekannt sein. Gerade die stark verwitterten Schiefertonhorizonte im Bereich des Bismarckplatzes oder entlang der Wupperer Hänge zeigen in der Laufzeitkurve oft sprungartige Änderungen. Wir setzen hochauflösende 24- bis 48-Kanal-Geophone ein, um die Grenze zwischen Lockergestein und Fels sicher zu kartieren. Bevor der erste Bagger rollt, kann die Kombination mit einer Sondierbohrung (SPT) die seismischen Geschwindigkeiten kalibrieren und so Fehlinterpretationen der Refraktionslinie vermeiden.
Die seismische Geschwindigkeit zeigt in Remscheider Schiefern nicht nur den Verwitterungsgrad, sondern auch die Trennflächenorientierung.
