Remscheid liegt auf einem geologischen Flickenteppich aus devonischen Tonschiefern, Grauwacken und Quartärauflagen. Die enge Tallage der Wupper mit steilen Hängen und die heterogene Verwitterungszone machen die Untergrunderkundung anspruchsvoll. Wir setzen die MASW-Methode ein, um die Scherwellengeschwindigkeit (VS30) zuverlässig zu erfassen. Das Verfahren liefert ein unverfälschtes Bild der Untergrundsteifigkeit, ohne dass wir bohren müssen. Gerade an den Hanglagen von Lüttringhausen oder im zentralen Stadtgebiet mit Auffüllungen unbekannter Mächtigkeit ist die seismische Erkundung oft die einzig sinnvolle Variante. Vor der Bebauung kombinieren wir die Messung mit einer Sondierung nach SPT, wenn die Schlagzahlen der dynamischen Rammsonde nicht ausreichen, um die Baugrundklasse nach EC8 abzuleiten.
Die Vs30-Messung in Remscheid entscheidet über die Erdbebenbaugrundklasse – und damit über die Bemessungslasten der gesamten Konstruktion.
