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Triaxialversuch in Remscheid – Bodenfestigkeit präzise bestimmt

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

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Der Versuchsaufbau in der Prüfmaschine ist kompakt und doch hochsensibel: eine zylindrische Bodenprobe in einer Druckzelle, umschlossen von einer Gummimembran, darüber ein Laststempel, der millimetergenau auf das Präparat auffährt. In Remscheid, wo die pleistozänen Verwitterungsdecken über devonischem Grundgebirge oft nur wenige Meter mächtig sind, bringt der Triaxialversuch die entscheidende Klarheit über die tatsächliche Tragfähigkeit des Untergrunds. Hanglagen mit Honsberger Grauwacke oder Lenneschiefer reagieren empfindlich auf Aushub und Wasserzutritt – hier sind Laborversuche an ungestörten Proben kein Luxus, sondern zwingend erforderlich. Für die quartären Hanglehme im Stadtgebiet kombinieren wir den Versuch häufig mit einer Korngrößenanalyse, um das bodenmechanische Bild abzurunden und Fehlinterpretationen auszuschließen.

Drainierte Scherparameter aus dem Triaxialversuch ersetzen in Remscheid die pauschalen Erfahrungswerte – jede Hanglage hat ihr eigenes Bruchkriterium.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Die Versuchsdurchführung folgt der DIN 18137-2 für konsolidierte, drainierte Scherversuche, ergänzt durch die Empfehlungen des Arbeitskreises 6 der DGGT. In Remscheid ist diese Norm besonders relevant, weil die stark überkonsolidierten Ton- und Schluffböden des Bergisch-Märkischen Hügellands bei Entlastung durch Aushub zur Entspannung neigen – ein Phänomen, das undrainierte Kurzzeitparameter allein nicht abbilden. Der wassergesättigte Einbau der Probe simuliert den ungünstigsten Fall nach Starkregen, der im Wupper-Einzugsgebiet keine Seltenheit ist. Die Steuerung der Sättigung erfolgt über Back-Pressure, die Messung der Porenwasserdrücke über hochpräzise Geber. Auf diese Weise entstehen Bruchkriterien, die für die Standsicherheit von tiefen Baugruben oder für die Böschungsstabilität in den Hanglagen von Lüttringhausen direkt in die Nachweise einfließen.
Triaxialversuch in Remscheid – Bodenfestigkeit präzise bestimmt
Technische Referenz — Remscheid

Lokale Besonderheiten

Ein Mehrfamilienhaus am Südhang nahe der Müngstener Brücke, abgeteuft in verwitterten Tonschiefer. Der Bodengutachter stufte den Felszersatz zunächst als ausreichend tragfähig ein. Nach einem niederschlagsreichen Winter traten jedoch erste Risse im Mauerwerk des Nachbarbaus auf. Die Ursache: Das Baugrubenwasser hatte die Kluftfüllungen ausgewaschen und die effektiven Spannungen im Übergangsbereich Fels/Boden reduziert. Ein nachträglicher Triaxialversuch an Sättigungsproben aus der Baugrubensohle ergab einen effektiven Reibungswinkel von lediglich 22 Grad – zu wenig für die ursprünglich geplante, steile Böschung. Die Lösung war eine Kombination aus rückverankerter Spundwand und einer Abflachung des Aushubs. Die Prüfkosten von wenigen tausend Euro standen dabei in keinem Verhältnis zu den Sanierungskosten, die ohne die Versuchsergebnisse entstanden wären.

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Geltende Normen

DIN 18137-2 (Triaxialversuch, konsolidiert-drainiert), DIN EN ISO 17892-9 (konsolidierte triaxiale Kompressionsversuche), DGGT-Empfehlungen AK 6 (Baugruben), EC 7 (EN 1997-1:2004) mit DIN EN 1997-1/NA

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
VersuchsartCD (konsolidiert-drainiert) nach DIN 18137-2
Probendurchmesser100 mm (ungestört) / 50 mm (gestört)
SättigungsverfahrenBack-Pressure mit B-Wert-Kontrolle >0,95
Konsolidationsspannung50 / 100 / 200 kPa (3 Stufen)
Scherrate0,004 mm/min (an Entwässerung angepasst)
Scherparameterφ' (Reibungswinkel), c' (Kohäsion)
BerichtsumfangSpannungs-Dehnungs-Diagramm, Mohr-Coulomb-Hüllkurve

Häufige Fragen

Was kostet ein Triaxialversuch in Remscheid?

Die Kosten für einen Triaxialversuch (CD) an drei Proben liegen in Remscheid je nach Probenbeschaffenheit und Vorbereitungsaufwand zwischen €1.820 und €2.650. Ungestörte Proben aus Kernbohrungen in verwittertem Fels erfordern mehr Sorgfalt beim Einbau als gestörte Proben, was den Preis beeinflusst.

Warum reicht ein Rahmenscherversuch nicht aus?

Der Triaxialversuch erzwingt im Gegensatz zum Rahmenscherversuch keine vorgegebene Scherfuge. Die Probe kann entlang der tatsächlich schwächsten Zone versagen. Zudem lassen sich Porenwasserdrücke messen und die seitliche Spannung realitätsnah aufbringen – entscheidend für die verwitterten, oft klüftigen Böden in Remscheid.

Welche Schergeschwindigkeit ist für drainierte Versuche richtig?

Die Abschergeschwindigkeit muss so langsam sein, dass das Porenwasser während des gesamten Versuchs entweichen kann. Wir bestimmen sie vorab aus der Konsolidationskurve der jeweiligen Probe. Bei den schluffigen Tonen in Remscheid liegt sie typischerweise bei 0,004 mm pro Minute.

Können Sie auch den Steifemodul aus dem Triaxialversuch ableiten?

Ja. Aus der initialen Belastungsphase des konsolidierten Versuchs lässt sich der spannungsabhängige Steifemodul Es ableiten. In Kombination mit dem lokalen Wegaufnehmer messen wir die Verformung direkt an der Probe und eliminieren so die Bettungsfehler der Prüfmaschine.

Wie viele Proben brauche ich für belastbare Ergebnisse?

Mindestens drei Einzelproben, abgestuft nach Konsolidationsspannung. Bei inhomogenen Böden, wie sie in den Hanglehmen von Remscheid häufig vorkommen, empfehlen wir zwei Probensätze à drei Proben, um die Streuung der Kennwerte statistisch absichern zu können.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Remscheid und seinem Großraum.

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